22.11.16
SIHK zu Hagen
Rückblick

Forum Vernetzung

 

SIHK und Plattform Industrie 4.0 informierten über Chancen der Digitalisierung

Ein Unternehmen, in dem alle Daten von den Produktionsmaschinen über kaufmännische Prozesse bis hin zur Logisitik in einem einheitlichen System abgebildet werden können und darüber hinaus noch eine direkte Vernetzung mit Lieferanten und Kunden gegeben ist, das klingt nach einer Vision, die derzeit unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ diskutiert wird. In Hagen-Hohenlimburg, dem „Silicon-Valley der Kaltwalzindustrie“, ist diese Vision bereits Wirklichkeit geworden.
Ulrich Schneppe, Leiter Informatik bei thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH stellte im Rahmen der Veranstaltung „Industrie 4.0@Mittelstand“ in der SIHK zu Hagen vor, wie „Industrie 4.0“ bereits in der Praxis funktioniert. Dabei steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern der Kundennutzen. Kunden von thyssenkrupp Hohenlimburg können Aufträge direkt in das System einbuchen und erhalten bereits nach wenigen Stunden ihren Liefertermin. Außerdem können auch kleine Losgrößen wirtschaftlich produziert werden. Kunden profitieren von einer hohen Flexibilität und einer hohen Qualität der Produkte. Sie können jederzeit nachverfolgen, wo sich ihr Auftrag gerade befindet. Für thyssenkrupp Hohenlimburg führt die Digitalisierung zu einer Verbesserung der Wettbewerbsposition.

 

Auch viele kleine und mittelständische Unternehmen in Südwestfalen suchen derzeit nach Wegen, wie sie ihre Marktposition durch die Digitalisierung in Zukunft sichern und stärken können. Unterstützung bietet das Projekt „Mittelstand 4.0 Südwestfalen“, das derzeit von der SIHK zu Hagen und der IHK Arnsberg gemeinsam mit der Fachhochschule Südwestfalen und der Hochschule Hamm-Lippstadt durchgeführt wird. In Foren und Arbeitskreisen zu den Themen Vernetzung in der Produktion, Geschäftsmodelle, IT-Sicherheit und Arbeit 4.0 sollen grundlegende Fragen gemeinsam geklärt und Konzepte entwickelt werden. Das Projekt wird von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

 

Gerd Ohl, Geschäftsführer der Limtronik GmbH aus Limburg, hat den Teilnehmern der SIHK-Veranstaltung empfohlen, zunächst im Rahmen einer Bestandsaufnahme die Potenziale für eine Digitalisierung zu untersuchen. Industrie 4.0 sei eine Grundlage für neue Geschäftsmodelle, so Ohl. Der Anteil von Services und Software an der Wertschöpfung werde in den nächsten Jahren deutlich steigen.

 

Am Anfang eines Digitalisierungsprojektes steht meist die Frage: Was erzeugt einen Kundennutzen oder Wettbewerbsvorteile? Das betont Matthias Parlings, Projektleiter
bei „Digital in NRW“, einem vom Bund geförderten Kompetenzzentrum für den Mittelstand, das beim Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik angesiedelt ist. „Digital in NRW“ bietet eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen an, unter anderem Transferprojekte, die eine etwa viermonatige Begleitung im Unternehmen vorsehen. Unter anderem läuft derzeit ein Digitalisierungsprojekt in einer Dreherei in Plettenberg. Interessierte Unternehmen können sich um ein Transferprojekt, also eine kostenfreie Unterstützung durch das Fraunhofer-Institut, bewerben.

 

Umfassende Informationen rund um das Thema „Industrie 4.0“ bietet auch die „Plattform Industrie 4.0“, die vom Bundeswirtschaftsministerium initiiert wurde. Dr. Markus Dicks von der Geschäftsstelle der Plattform weist unter anderem auf die Online-Landkarte Industrie 4.0 hin, die einen guten Überblick über Kompetenzträger und bereits umgesetzte Projekte bietet (www.plattform-i40.de).

 

Agenda des Forums

13:30 Uhr Eintreffen der Teilnehmer

14:00 Uhr Begrüßung
Andreas Lux, SIHK zu Hagen

14:10 Uhr Einführung: Mittelstand 4.0 – Digitale Vernetzung in der Produktion
Matthias Parlings, Projektleiter „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum“, Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML

14:40 Uhr Best Practice 1: From „Shop Floor“ to „Top Floor“ – Operating Data @thyssenkrupp HohenlimburgUlrich Schneppe, Leiter Informatik thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH

15:25 Uhr Kaffeepause

15:45 Uhr Best Practice 2: Mit der Digitalen Roadmap auf dem Weg zu Industrie 4.0
Gerd Ohl, Geschäftsführung Limtronik GmbH

16:30 Uhr Vorstellung: Industrie 4.0 – Unterstützungsangebote für Mittelständler
Dr. Markus Dicks, Geschäftsstelle Plattform Industrie 4.0

17:00 Uhr Perspektiven im Rahmen des Projektes Mittelstand 4.0 Südwestfalen
Dirk Hackenberg, SIHK zu Hagen

17:15 Uhr Networking beim Imbiss

 

Vortragsunterlagen

Die PDFs der freigegebenen Vorträge finden Sie hier.